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Mittwoch, 08.09.2010 11:40:14

Interview mit Alexander Zickler

© GEPA Pictures 

Am Samstag, 11.09.2010, steht für den LASK Linz das nächste Spiel in der tipp3-Bundesliga powered by T-Mobile auf dem Programm: In der 7. Meisterschaftsrunde Runde tritt das Team von Helmut Kraft auswärts bei Red Bull Salzburg an.

Während der Coach diesmal auf Thomas Piermayr, der sich im Dienstag-Training einen Bändereinriss im Sprunggelenk zuzog, verzichten muss, brennt ein anderer seiner Spieler schon auf das Spiel in Salzburg. Die Rede ist natürlich von Alexander Zickler, der fünf Jahre im Dress der „Bullen“ steckte. www.lask.at stellte dem 36-jährigen Deutschen im Vorfeld der Partie einige Fragen.

www.lask.at: Alex, am Samstag steht das Auswärtsspiel bei deinem Ex-Klub Red Bull Salzburg auf dem Programm. Geht man richtig in der Annahme, dass das für dich kein Spiel wie jedes andere ist?

Alexander Zickler: Natürlich ist es für mich etwas Besonderes, schließlich habe ich fünf Jahre dort gespielt und ich freue mich schon sehr darauf, viele Bekannte wieder zu sehen.

www.lask.at: Du hast im letzten Jahr den Höhenflug der Salzburger im Europacup selbst miterlebt. Was traust du ihnen in der Europa League in einer Gruppe mit Juventus Turin, Manchester City und Lech Posen zu?

Alexander Zickler: Von der Auslosung sind sie in einer ähnlichen Situation wie im Vorjahr, vielleicht sind die Gegner diesmal sogar noch attraktiver. Im Vorjahr hat Salzburg alle sechs Gruppenspiele gewonnen. Das wird sicher schwer zu wiederholen sein, aber ich traue ihnen auf jeden Fall eine Überraschung zu und bin sicher, dass das Stadion jedes Mal voll sein wird.

www.lask.at: Zurück zum LASK - wie ist es überhaupt zu deinem Wechsel nach Linz gekommen?

Alexander Zickler: Ich glaube, dass für mich der erste Kontakt mit Trainer Kraft sehr ausschlaggebend war. Wir hatten ein sehr positives Gespräch und der LASK bat mir die Chance, mitzuhelfen, etwas aufzubauen und die Erfahrungen, die ich in den letzten Jahren gesammelt habe, einzubringen.

www.lask.at: Viele verdiente Spieler, die ähnliche internationale Erfolge gefeiert haben wie du, nehmen am Ende ihrer Laufbahn lukrative Angebote aus dem asiatischen Raum oder den USA an. War das auch für dich ein Thema?

Alexander Zickler: Die Vereinigten Arabischen Emirate standen tatsächlich im Raum. Das wäre etwas ganz Neues gewesen, wo man zum Schluss der Karriere noch ein neues Land mit einer anderen Kultur kennenlernt. Das ist zwar interessant, kann man aber immer noch machen. Der LASK war für mich interessanter, auch durch die Nähe zu Salzburg, wo weiterhin mein Hauptwohnsitz liegt.

www.lask.at: Dein Eindruck von Linz?

Alexander Zickler: Die Stadt ist sehr schön, vor allem die Innenstadt gefällt mir und es lässt sich hier sehr gut aushalten.

www.lask.at: Im Team des LASK gibt es viele junge Spieler. Siehst du es als eine deiner Aufgaben, diesen Spielern bei ihrer Entwicklung weiterzuhelfen?

Alexander Zickler: Diese Rolle habe ich in Salzburg auch schon inne gehabt. Vielleicht nicht im ersten Jahr, weil es da für alle Spieler vor allem ums Eingewöhnen ging. Aber in den letzten vier Jahren war es schon so, dass ich neuen und jüngeren Spielern geholfen habe, in die Mannschaft zu kommen. Beim LASK bin ich selbst ein neuer Spieler, allerdings mit der Erfahrung von zwölf Jahren Bayern München und fünf Jahren Red Bull Salzburg und versuche natürlich die Erfahrung, die ich dort gesammelt habe, einzubringen.

www.lask.at: Du hast in deiner sehr erfolgreichen Karriere leider oft mit Verletzungen kämpfen müssen. Was war ausschlaggebend, dass du immer wieder zurückgekommen bist?

Alexander Zickler: Es waren im Endeffekt drei Jahre, die in meiner Karriere sehr schwierig waren. Das hat 2002 mit einem Tumor begonnen, der operativ entfernt wurde und ein halbes Jahr später habe ich mir dreimal nacheinander das Schienbein gebrochen. Diese Phase war natürlich nicht einfach und ich habe gesehen, wie schnell man im Spitzensport aufs Abstellgleis kommen kann. Ich hatte Glück, bei einem Verein wie Bayern München zu spielen, der mir sofort die nötige Unterstützung gegeben hat auch der Rückhalt der Familie hat mir damals sehr geholfen. Nach dem letzten Schienbeinbruch sah es dann schon ein bisschen anders aus. Da dachte ich dann ernsthaft über das Karriereende nach. Aber ich hatte in dieser Zeit einen sehr guten Arzt aus Salzburg, der mich sehr unterstützt hat und dem ich es sicher auch zu verdanken habe, dass ich heute noch Fußball spiele.

www.lask.at: Welche Erfolge zählen für dich persönlich mehr – die gelungenen Comebacks oder die vielen Titel?

Alexander Zickler: Man hat im Laufe einer Karriere immer Erfolge und Rückschläge. Karrieren, in denen es immer nur Erfolge und keine Misserfolge gegeben hat, sind wirklich selten. Niederlagen können sportlicher, aber auch privater Natur sein oder in den Verletzungsbereich hineingehen. Natürlich ist es eine Niederlage, wenn man sich dreimal hintereinander das Schienbein bricht. Aber der Erfolg daran ist, dass man die Willensstärke entwickelt wieder zurückzukommen. Das ist auch etwas was man anderen Spielern weitergeben kann. Sportlich habe ich mit Bayern München wirklich sehr viel gewonnen, in zwölf Jahren siebenmal deutscher Meister zu werden war sehr beeindruckend. Aber auch meine Zeit in Salzburg war sehr erfolgreich, weil es für mich wichtig war, zu zeigen, dass ich noch nicht zum alten Eisen gehöre und ganz oben mitspielen kann, was mir viele Leute aufgrund der schweren Verletzungen nicht mehr zugetraut haben. Auch die zwei Titel als Torschützenkönig haben mich privat sehr stolz gemacht, weil ich dadurch gezeigt habe, dass ich es immer noch kann.

www.lask.at: Danke für das Gespräch und alles Gute für Samstag!

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